Spanien Teil III: 2014 – Das Grauen in Algeciras

    Teil III: Das Grauen in Algeciras 2014

    Ich beschäftige mich seit einem Jahr mit der Idee einen Gemeinnützigen Verein aufzubauen, der was mit Segeln zu tun hat und versuche so viel wie möglich, Erfahrung als Skipper zu sammeln, wobei ich für Angebote wie Überführungstörns usw. immer offen stehe.

    In dem Kontext war ich auf einen Herrn aus der Nähe von Wien gestoßen, der ein Boot hat und dabei ist eine Umwelt NGO aufzubauen, zumindest gab er dies vor und hat mich eingeladen, nach Spanien zu kommen und eine Woche mit ihm zu segeln. Es haben sich dann noch zwei Freunde von mir mit angeschlossen.

    Segeln Gibraltar

    Nachdem wir in Malaga angekommen waren, erfuhren wir, dass Boot hängt, zwecks zu starkem Wind in der Bucht von Algeciras fest. Wobei ich sagen muss, dass diese Stadt nicht nur absolut hässlich ist, nein es stinkt 24/7 nach Rohöl. Alles, immer, pausenlos. Das erste was Du morgens nach dem aufwachen im Mund schmeckst ist, ja genau: Rohöl. Algeciras ist einer der größten Umschlaghäfen für Öl in Europa.

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    Das Schiff war ein echter Klassiker, 20 Meter lang, extrem schmale Form und gebaut in 1942. Ein Stahlschiff, verdammt schön.

    Aber schon am ersten Tag kristallisierte sich raus, dass ich mit diesem Menschen nicht klar komme. Total verdrehte Ansichten, nicht Diskussionfähig, da extrem besserwisserisch und herablassend ohne Ende. Seine cholerisch, aggressiven Tendenzen hat er bis zum ersten aktiven Segeln zurück gehalten.

    Im Endeffekt sind wir vier Tage fest gesessen und haben für uns das beste daraus gemacht. Er wollte zwar, dass wir beim Boot herrichten helfen, aber zu mehr als ein bis 2 Stunden am Tag waren wir nun auch nicht bereit, war ja nicht zum Arbeiten runter gefahren. Und wer jetzt sagt, für die kostenlose Unterkunft kann man schon was machen, liegt schon richtig, aber nicht vier Tage von sieben. Dann bezahle ich doch lieber 20 Euro für ein Hostel und arbeite nicht im Urlaub. Außerdem haben wir ja auch die Kosten vom Boot für den Liegeplatz in der Zeit übernommen. Also ein bisschen mithelfen usw. ist ja kein Problem, aber nicht so, wie es sich der Herr vorgestellt hatte. Nicht als Arbeitssklaven.

    Vor allem nicht, wenn beim Arbeiten der Chef mit der Kippe daneben steht und nichts tut, außer blöde Anweisungen zu geben.

    Wir haben uns täglich ein alternatives Programm ausgearbeitet und sind geflüchtet, wann es nur ging.

    Ausflug nach Gibraltar

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    Ok, das war ja jetzt nicht weit, wir mussten vom Boot ca. 20 Minuten zu Fuß gehen und standen an der Grenze. 10 Minuten mehr und wir waren im Ortszentrum.

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    Eine kleine Führung mit einem VAN um den Berg rum und die Aussichtspunkte wie den Europe Point ab klappern. Danach auf den Berg, die Affen besuchen. Bis auf die Levantewolke, die fast Bewegungslos die Meiste Zeit auf dem Berg verweilt und die extrem gefährliche Flugzeuglandebahn, die sie ins Meer gebaut haben, ist Gibraltar jetzt eigentlich nicht wirklich einen Besuch wert. Was allerdings interessant ist, dass wohl der ganze Berg vom Militär ausgehöhlt wurde. Forschung? Überwachung?

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    Ausflug nach Tarifa

    Der zweite Ausflug ging nach Tarifa, wo es wie immer Sau schön war. Extrem Windig, aber es ist halt Europas High-Wind-Area. Durch die Altstadt und den Strand entlang schlendern und lecker Essen gehen am Abend. Wenn das Leben immer so unbeschwert wäre wie in Tarifa

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    Und wieder habe ich was liegen gelassen, diesmal mein Smartphone im Taxi, was mir dann am nächsten Tag ganz selbstverständlich vorbei gebracht wurde. Aber es sind ja immer alle Leute nur Verbrecher. Zum Glück treffe ich immer nur die wenigen Guten.

    Blödsinn, ich bin fest davon überzeugt, dass die Mehrheit der Menschen einen guten Kern haben.

    Den dritten Ausflug findet ihr hier unter Marokko 2000/2011/2014.

    Zweitagestörn von Algeciras nach Malaga

    Endlich war der Wind schwach genug um sich mit dieser kleinen 60 Fuß Yacht aufs Wasser zu trauen. Die Fahrt war von Anfang an eine Katastrophe. Ich habe bereits einiges an Segelerfahrung, aber halt auf neuen Schiffen, nicht auf solchen Klassikern. Erklärt wurde uns gar nichts und wenn wir mal wo falsch angepackt haben, bzw. nicht gleich wussten was der Herr meinte ist dieser komplett ausgetickt und hat sogar mit Gegenständen um sich geworfen.

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    Klar dass mein Interesse und die Motivation auf den Nullpunkt sank, obwohl sie eh schon sehr weit unten war, nach den ersten Tagen. Dann, ständige herablassende Kommentare, auf eine richtig persönliche, erniedrigende und bösartige Weise.

    Eine Nacht in Marbella, die wir natürlich für Boot und Skipper mit Blechen durften. Wer Marbella kennt, weiß was das bedeutet. 140Euro für eine Nacht!

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    Am zweiten Tag, noch die kurze Etappe weiter nach Benalmadena. Wenigstens das Wetter war traumhaft. Segeln bei 20°C im Merz.

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    Zum Thema Umweltschutz: In der Straße von Gibraltar einen 5cm großen Angelhaken hinter sich herziehen um Thuna zu fischen, oder mich blöd anzuschauen, wenn ich die Kippenfilter aufs Boot in den Aschenbecher bringen will, weil ich sie nicht auf den Boden werfen will, zeugt nicht gerade von Umweltbewusstsein. Der Typ ist wohl nur ein Hochstapler, der mit über einer Million Euro in Konkurs gegangen ist und sich irgendwie über Verlosungsaktionen zwei Boote angeeignet hat. Eines davon liegt beschlagnahmt in Palma de Mallorca, da die Besitzverhältnisse nicht geklärt sind. Das zweite ist als Kapital in seiner Umwelt NGO eingebracht, welche nur dazu dient, ihn und sein Boot auszuhalten. Schreckliche Erfahrung dieser Törn.

    Fin.


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    Spanien 2010/2011/2014

    Spanien Teil II: 2011
    Spanien Teil I: 2010
    Reiselebenslauf

    3 Kommentare zu “Spanien Teil III: 2014 – Das Grauen in Algeciras

    1. Leider trifft man ab und an auf ganz seltsame Menschen. Zum Glück sind nicht alle so. Aber ich hatte auch schon die eine oder andere mehr als grenzwertige Erfahrung mit herrschsüchtigen und spaßbefreiten Segelherren (meist schon etwas älter). Blöd, weil Segeln ja vor allem eins machen soll: Spaß!!

    2. Pingback: Überführung von Vodice nach Palma de Mallorca ohne Ankunft

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