Bretagne Aug. 2008

    Naturgewalt Atlantik

    2008 hatte ich eine schwierige Zeit, da ich mich gerade von meiner ersten Selbständigkeit gelöst hatte und sehr knapp bei Kasse war. An einen Urlaub konnte ich seit über einem Jahr nicht mehr zu denken.

    Bis mich eine befreundete, ganz liebe Familie, mit deren Tochter ich befreundet bin, nach Frankreich in ihr zweites Haus eingeladen hatten. Drei Wochen lang durfte ich die herzliche Gastfreundschaft genießen und bin eigentlich nur für die Fahrtkosten mit dem Zug von München nach Brest und zurück aufgekommen.

    Dafür nochmal herzlichsten Dank, ohne euch wäre der Urlaub nicht möglich gewesen.

    Ankunft in Paris

    Nach ca. 11 Stunden fahrt sind wir mit dem Zug von München in Paris angekommen. Für mich das erste Mal in Frankreich. Wir hatten genau 40 Minuten Zeit, ohne Pariskenntnisse vom Ostbahnhof (Gare de I’Est) zum Gare Montparnasse auf der Westseite zu gelangen.

    Nach dem ersten extrem unfreundlichen Gespräch am TGV Schalter, wurde uns klar, dass es unmöglich ist, dass zu schaffen. Wir buchten auf einen Zug eine Stunde später um.

    Nun erst mal einen Cappuccino trinken im nächst liegenden Kaffee. Nachdem wir über 20 Minuten ignoriert wurden, haben wir unsere Getränke, ohne Scheiß, einfach hingeworfen bekommen. Als ich sah, dass der Kellner von mir fast sieben Euro wollte (für eine Tasse), war für mich klar, dass ich aus dieser Stadt nur schnell wieder raus will.

    Ich hatte gehört, dass Deutsch nicht so gut ankommt in Paris, somit hab ich es mit Englisch versucht, was mir im Nachhinein gesagt wurde, noch schlimmer ist.

    Das Geheimrezept ist aber eigentlich recht einfach: zumindest mal in der Landessprache Grüßen und die Höflichkeitsfloskeln aneignen. Dann, nach der ersten Ansprache, bzw. Kontaktaufnahme auf Englisch oder Deutsch wechseln. Funktioniert so gut wieder überall, sogar in Frankreich.

    Ankunft Brest

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    Nach insgesamt 18 Stunden kamen wir in Brest an, wurden mit dem Auto abgeholt und in das super schöne alte Haus in der Nähe von Douarnenez (Pointe du Raz) gebracht. Der Weg vom Haus zum wunderschönen Strand waren nur ca. 8 Minuten Fußweg.

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    Für mich, der nur das Mittelmeer kannte, war diese Szenerie mit der Naturgewalt des Atlantiks, total überwältigend.

    Es war August und wir hatten im Schnitt um die 20°C Lufttemperatur und ca. 18 Grad im Wasser, starken Wind und extrem wechselhaftes Wetter. Im Minutentakt von Sonne auf Regen. Aber dieses raue Klima hat mich komplett fasziniert, obwohl ich ja schon eher so der 30°C und Sonne Typ bin.

    Dazu die hohen Klippen und die meist sehr aufgewühlte See. Wellen bis ca. 10 Metern Höhe durfte ich, bei einem der zwei starken Stürme, die ich dort erleben durfte, bestaunen. Du stehst am Strand und da rollt eine 10 Meter hohe Wand auf Dich zu. Dann fällt sie zusammen und ganz leicht und sanft kräuselt sich noch ein leichter Hauch von Nass um deine Füße.

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    Zwecks den starken Strömungen und der rauen Natur, sterben auch die Leute dort wie die Fliegen. Man bekommt ständig erzählt dass hier letzte Woche einer beim Schwimmen abgetrieben ist, dort ist einer im Leuchtturm von den Geräuschen verrückt geworden, da wurde einer angespült usw. So geht das die ganze Zeit. Naja, in den drei Wochen meiner Anwesenheit ist auf jeden Fall nichts passiert.

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    Bei normalem Wetter ist die Region ein absolutes Paradies für Surfer, die in ihren Neoprenanzügen Wind und Kälte trotzen und alles aus den Wellen raus holten was drin steckt.

    Die meiste Zeit war ich mit dem Herrn des Hauses beim Fischen auf dem Atlantik unterwegs. Wir hatten ein 50 Meter langes Netz und eine Reuse zur Verfügung. Die versuchten wir, je nach Wetterlage täglich auszulegen. Abhängig von den Gezeiten, welche ja gerne mal 6 Meter Höhenunterschied in 6 Stunden ausmachen, segelten wir dann ein paar Stunden. Das hat uns fast täglich mit genügend Fisch fürs Abendessen versorgt. Der Rest kam oft direkt aus dem Garten. Glück muss man haben.

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    Wir haben viele Spaziergänge entlang der Küste unternommen und uns ein paar der umliegenden Orte angesehen, wie Audierne oder Quimper. Ich habe sowieso ein Faible für Natursteinhäuser, kleine, verwinkelte und alte Innenstädte. Traumhaft, dazu noch die bretonische Musik und dieser überall anwesende mystische Flair. Voll mein Ding!

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    Soweit ich mitbekommen habe, mögen die Bretonen, Paris genauso gerne wie ich. Sie sehen sich als komplett eigenes Volk an und fühlen sich eher als Kelten den Iren und Schotten zugehörig. Sympathisch, nach meiner ersten Paris Erfahrung.

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    Die Rückfahrt im Schlafwagen war relativ unspektakulär.

    Im Resümee war es ein super schöner Urlaub, mit lieben Menschen und einer total überwältigenden Natur. Die Bretagne kann ich nur wärmstens empfehlen.

    Fin.

    Hier noch ein paar Bilder:

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