Barcelona 2010

    Fear and Loathing in Barcelona

    Mein erster Urlaub seit Bretagne Aug. 2008. Ich hatte mich gerade finanziell wieder halbwegs erholt und konnte mir den ersten Urlaub leisten. Obwohl ich sagen muss, dass es ein extremer Sparurlaub war, dreieinhalb Wochen mit knapp 600 Euro.

    Ermöglicht haben mir das ganze, Freunde welche nach Barcelona und Spanien ausgewandert sind und mir kostenlose Unterkünfte zur Verfügung stellten. Meine Überlegung war ganz klar: Wenn ich drei Wochen frei hab und diese in München verbringe, kann ich mir weniger bzw. genauso viel leisten, wie wenn ich woanders hin fahre. Dann doch lieber raus in die Welt, die Unterkunft war ja geklärt.

    Ankunft Barcelona

    Unterschlupf hat mir eine gute Freundin, welche selbst seit ca. einem Jahr in Barcelona gewohnt hat, in ihrer Wohnung im Stadtteil El Raval angeboten. Ich schlief auf der Couch im Wohnzimmer ihrer WG.

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    Nach dem ich die ganze Nacht in München beim Feiern verbracht hatte, flog ich nach Barca und wurde am Placa de Catalunya abgeholt. Kurz darauf hat es mich in der Wohnung komplett zerlegt. Übelkeit, Kreislauf…, es war einfach alles zu viel.

    Der erste Urlaub nach so langer Zeit, der ganze Druck, der durch die erledigten Probleme in Deutschland endlich ab fiel. Bis ich mich wieder erholt hatte, sind ca. 20 Stunden vergangen. Dabei habe ich leider die Party in einem besetzten Haus verpasst und war erst wieder fit, als die anderen total zerstört von der Party zurück kamen. Danach habe ich Barca erst mal auf eigene Faust erkundet.

    Der Geist von Barcelona

    Ich bin fest davon überzeugt, dass alte Städte und andere besondere Orte spezielle Energien haben. Das mag dem einen oder anderen jetzt zu abgedreht sein, dann bitte einfach weiter scrollen.

    Vor allem, in alten Stadtteilen, spüre ich oft eine Energie, einen Zauber! Es wurde ja über Jahrhunderte an manchen Orten viel Leid und Freude erlebt, was seine Spuren hinterlässt. Manch einer spürt so was intensiver, andere gar nicht. Am stärksten ist mir das in Marokko aufgefallen, aber jetzt auch in Barcelona.

    Die ganze Stadt ist eine Schwingung und entweder sie packt Dich und zieht Dich ganz tief rein, wie mich zum Beispiel, oder sie stößt Dich ab und gibt Dir keine Gelegenheit in die Stadt einzutauchen.

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    Bei mir hat sich das folgendermaßen geäußert: Ich kannte nur eine handvoll Leute in Barca, bin aber im Minutentakt Leuten begegnet, die ich kannte, oder wurde von Fremden angesprochen, die ich über fünf Ecken kannte und wurde eingeladen, was zu trinken oder mit auf eine Party zu gehen usw. Meist war ich keine 10 Minuten aus der Wohnung, schon mit einer Gruppe cooler Leute unterwegs und was wir dann so alles erlebt hatten – die Erzählungen lasse ich lieber. Es waren schon ein oder zwei strange Geschichten dabei, die nicht wirklich rational erklärbar waren. Abgefahren.

    Gefahren

    Zum Thema Gefahren in Barcelona und im Raval im speziellen, kann ich nur sagen: Ich glaube es kommt wieder auf die Energie an und was man selbst so ausstrahlt.

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    Barcelona gilt als die Hauptstadt der Taschendiebe. Das liegt daran, dass ein Diebstahl bis 400 Euro keine Straftat, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit ist (wie bei Rot über die Ampel gehen) und es einfach keinen interessiert. Die Gesetze werden nicht wirklich durchgesetzt: z.B. ist Alkohol auf der Straße verboten, Bier bekommt man an jeder Ecke angeboten, ist halt nur in Tüten verpackt. Öffentlicher Drogenkonsum auf der Straße ist im Raval an manchen Ecken normal, genauso wie Prostitution. Allerdings gibt es so gut wie keine gröberen Gewaltdelikte. Natürlich hat man in Barcelona mehr Freiheiten. Persönlich finde ich, ist es ein angenehmeres Lebensgefühl wie in so manchen geordneten Städten, wie München. Allerdings muss man dafür vor allem bei der Kleinkrimminalität vorsichtiger sein. Es gibt halt mehr Freiheit nur in Verbindung mit weniger Sicherheit.

    Ich habe mich in Barcelona und im Raval nie unsicher gefühlt. Bestohlen oder ähnliches wurde ich zumindest nicht.

    Der Reiseführer hat sogar gewarnt, nicht in das Raval zu gehen, es sei zu gefährlich. Ich war nachts unterwegs in den Clubs und auf den Straßen und es fehlte sich überhaupt nichts. Manchmal sind die Warnungen schon etwas überzogen. Vorsichtig sollte man aber immer sein.

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    Viele illegale Einwanderer leben dort. Das ganze Stadtviertel ist extrem multikulturell. Ich habe mich unsterblich in diese Stadt verliebt. Einen guten Eindruck, finde ich, bekommt man bei dem Film Biutiful von Alejandro Gonzales.

    Nach vier Tagen bin ich dann total verwirrt weiter nach Malaga: Spanien Teil I: 2010

    Mein zweiter Barcelona Trip: Sonar Festival

    Als ich nach ca. 10 Tagen in Andalusien wieder zurück kam, mich erneut in die freundliche WG erneut einquartiert hatte, ging es eigentlich weiter wie davor.

    Eine Spontane Party beim Antonio aus Argentinien, auf seiner Dachterrasse im sechsten Stock mit Blick über ganz Barca, oder mit Sprühdosen durch die Nächte Barcelonas.

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    Mit Antonio habe ich bis heute Kontakt, meist treffen wir uns einmal im Jahr auf der Fusion.

    Und dann begann das Sonar Festival, eine Party in der ganzen Stadt.

    Locations des Festivals sind die meisten Bars, Clubs und zwei extra Plätze für die großen Konzerte. Aber generell ist das Sonar auf ganz Barca verteilt. Mal was neues, wenn man nur Festivals in abgesperrten Arealen kennt.

    Nach dem Festival ging es sehr zufrieden aber kaputt nach einem super schönen Urlaub wieder zurück nach Deutschland, was mir aber erst mal nicht so bekommen ist. Gleich eine Woche später hatte ich meinen Job gekündigt und bin zu einer neuen Firma gewechselt.

    Beinahe hätte ich sogar einen Job in Barca angenommen, im WT Tower. Auch Behördengänge hab ich schon mal mitgemacht, um zu sehen, wie das so abläuft. Eigentlich war ich bereit nach Barca zu ziehen, bis mir dann der Job angeboten wurde, denn ich nun bis zum Beginn meiner ersten „Großen Reise“ inne hatte.

    Mein drittes und bisher letztes Mal in Barca

    Im Dezember 2011 bin ich nochmal mit Freunden ein Wochenende nach Barca geflogen. Puh, und was das für ein Wochenende war.

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    Erst mal ein paar Drinks an der MACBA , Barca`s Skater Hotspot und danach in eine Bar, in die uns Antonio zog. Anschließend sind wir in die Absinth Bar gestolpert. An das Betreten dieser kann ich mich noch erinnern, die nächste Erinnerung war am Folgetag, ca. gegen Mittag in Verbindung mit extremen Kopfschmerzen.

    Und einer fehlte – ausgerechnet der, mit den wenigsten Sprach- und Ortskenntnissen. Sein Handy und Geld waren im Hotel. Er ist dann am Abend wieder aufgetaucht, nachdem er ca. 7 Stunden das Hotel gesucht hatte. Die einzigen Anhaltspunkte waren eine Rote Bank und eine alte Kirche. Wer Barca kennt, weiß dass dies auf fast jede Straßenecke in der Gegend zutreffend ist.

    An dem Abend waren wir noch im Razmataz bei Aphex Twin und danach gegenüber auf einer Party in einem besetzten Haus.

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    Am Sonntag, nachdem wir durch den Park Güell gelaufen sind, ging der Flug wieder nach Hause. Seit dem war ich leider nicht mehr in Barca, merke aber dass es eigentlich mal wieder Zeit dafür wäre.

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    Fin.


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    Reiselebenslauf

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