Balearen April 2014

    Mallorca, sehr viele Vorurteile!

    Leider bin ich auch nicht gegen Vorurteile gefeit. Und gegen Mallorca hatte ich echt viele, wie z.B. Publikum: Niveau lose und hemmungslos betrunkene Deutsche und Engländer, reine Kommerz-Partymeile und auf der anderen Seite lauter Villen von Pseudo- und Neureichen bzw. Z-Prommies.

    Ich bin nach Mallorca geflogen, um an einer Woche Kojencharter bei einer Charterfirma teil zu nehmen und um als Skipper anzuheuern. Praktisch eine Kennenlernwoche.

    Ankunft Palma de Mallorca, Spanien am Samstag um 11:00 Uhr

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    Ausgemacht war, dass wir uns gegen 17:00 oder 18:00 Uhr am Boot treffen, somit hatte ich den ganzen Tag Zeit mir die ca. 2000 Jahre alte Stadt Palma anzusehen. Da gab es das erste Wow! Die Stadt ist Wunderschön, kleine Gassen, die Burgmauer, schöne Parks, die Kathedrale und vieles mehr.

    Im April waren zudem vergleichsweise extrem wenig Touristen in der Stadt und kein Hinweis auf betrunkene, ausfallende Partymenschen. Palma bekommt von mir die volle Punktzahl, traf total meinen Geschmack.

    Abends trafen wir uns alle am Boot, haben uns kennen gelernt und sind noch einen Happen essen gegangen. So ging dann der erste super entspannter Tag zu Ende.

    Sonntagmorgen: Ablegen mit Kurs auf Port d’Antrax

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    Wir hatten guten Wind und auch schönen Seegang. Ich mag das, wenn zumindest ein bisschen Welle da ist. Aber einer unserer Mitsegler hat sich dann doch erleichtert. Ein paar der anderen war zeitweise auch etwas mulmig zumute. Nach ca. fünf Stunden Segeln, sind wir dann am Nachmittag in die Bucht eingelaufen und alle haben die Gesichtsfarbe schlagartig zurück bekommen.

    Ein weiterer grandios entspannter Tag war nach dem gemeinschaftlichen Essen und ein paar Bier vorbei.

    Montag: Kurs auf Port de Soller

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    Mit sehr wenig Wind und glattem Meer ging es weiter nach Port de Soller im Norden. Port d’Antrax war im Westen, somit fuhren wir Insel im Uhrzeigersinn. Die Entscheidung, wie rum wir fahren, wurde vom Wetter abhängig gemacht. Die Stadt Soller liegt etwas im Landesinneren auf einem Berg, soll sehr schön sein, aber leider hab ich den Ort nicht gesehen, nur das an der Küste liegende Port de Soller, das doch eher so den „Rimini-Style“ hat.

    Dienstag: Kurs auf Port de Pollenca (Nordostspitze Mallorca`s)

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    Weiter ging es mit sehr wechselhaften Wetter nach Port de Pollenca im Nordosten. Nach einem erneut windstillen und sonnigen Vormittag entlang der extrem bergigen Nordküste Mallorca`s sind wir in ein lokales Regengebiet gesteuert. Nach dem setzen des neuen Kurses, Richtung Süden waren wir da schnell wieder raus und sind in die schöne Bucht von Pollenca eingelaufen.

    Leider konnte mich der Ort, der eigentlich nur eine Straße am Strand entlang mit Hotels ist, nicht wirklich überzeugen. An dem Abend waren wir aber dafür in einer sehr gemütlichen, mit viel Holz verarbeiten Bar, zum Fußball anschauen.

    Mittwoch: Kurs auf Porto Cristo

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    Bisher waren wir meist so 6-7 Stunden am Tag unterwegs. Immer früh gegen acht los und sind dann meist am Nachmittag ankommen. Am Mittwoch hatten wir Begleitung von einem anderen Segler und haben uns ein kleines Match ausgefahren, da wir aber nach Porto Cristo abgedreht haben, war ein eindeutiger Endstand nicht zu ermitteln. Aber ich würde sagen, wir haben gewonnen.

    Porto Cristo ist ein traumhafter, kleiner Ort in einer kleinen lang gezogenen schönen Bucht. Sehr malerisch.

    Donnerstag: Kurs auf Cabrera

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    Heute hatten wir eine Längere Strecke vor uns, nach Cabrera. Eine kleine Inselgruppe im Süden Mallorca`s, die als Naturschutzgebiet ausgezeichnet ist. Die Zugvögel aus Europa machen hier oft Rast auf ihrem weiten Weg nach Afrika. Außer mit dem Segelboot, ist es fast nicht möglich diese Insel anzufahren. Nach ca. 9 Stunden Fahrt, mit Windstärke drei, meist von hinten, sind wir gerade so angenommen, um noch den Sonnenuntergang von dem Burgturm aus zu sehen. Aber Bilder sprechen hier vermutlich mehr als Worte…

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    Am Abend wurde lecker gekocht an Bord, es gab frittierte Gambas, selbst gemacht und ganz frisch mit Spaghetti Frutti Mare, selbst gemachten Agli Olio und frischen Brot – sau lecker wars!

    Freitag, letzter Tag mit Heimatkurs: Palma

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    So sah es dann am Morgen nach dem Aufstehen aus. Regen und Windstärke 7 mit Wellen von ca. 50cm in der geschützten Bucht. Laut unserer Wetter Apps, sollte es im laufe des Tages ruhiger werden, somit haben wir entschieden noch zwei Stunden zu warten, aber zurück mussten wir ja so oder so. Um Elf Uhr ging es dann los, Wind Bft 6-7 und eine ca. 3 – 3,5m hohe Welle direkt von vorn. Segeln machte somit keinen Sinn, also sind wir gegen an gemotort, mit zu Beginn 1,5 – 2 Knoten Fahrt. Strecke zu fahren: ca. 25sm, also voraussichtlich 15 Stunden.

    Das Wetter hat sich nach zwei Stunden dann verbessert und wir sind ganz kurz nach Sonnenuntergang in Palma eingelaufen und erschöpft zum Abschiedsessen gegangen. Es war ein traumhaft relaxter und entspannter Törn mit fremden Leuten. Eine super Erfahrung.

    Samstag: Spontane Verlängerung, erneut Kurs auf Port d’Antrax

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    Nachdem die Crew am Samstag morgen verabschiedet wurde, habe ich beim Frühstück mit dem Skipper spontan entschieden, noch mit ihm zu zweit das Boot nach Port d’Antrax zu fahren, wo es dann erst mal eine Woche liegen bleiben sollte. Und da wir einen Wassereinbruch hatten, konnte sich der Skipper auf die Lecksuche machen, während ich das Boot fuhr. Es war der perfekte Abschluss.

    Bevor wir uns am Nachmittag trennten und ich mit dem Bus Richtung Palma zurück fuhr, meinte der Skipper noch, dass er mir definitiv eine positive Empfehlung geben könnte, da technisches Verständnis, Verantwortungsbewusstsein, navigatorische Kenntnisse und die Lust, immer anzupacken, bei mir auf jeden Fall gegeben wäre. Es war ein super Schlußstatement, und ich bin gut 3 cm gewachsen.

    Für den Abend habe ich mich mit Zweien von unserer Crew einen Treffpunkt ausgemacht und ja, ich habe mich überreden lassen mir das anzutun. Aber, wenn man mal auf Mallorca ist, kann man einmal vorbei schauen, dachte ich mir so.

    S’Arenal: Schinkenstraße

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    Und hier sind mir auch all meine Vorurteile bestätigt worden, aber diese findet man echt nur hier, an einem 5 km langen Strandabschnitt von insgesamt ca. 200 km. Die kann man wirklich meiden.

    Nach ganzen zwei Stunden habe ich aufgegeben und bin um 3 Uhr Nachts müde in meinem Hostel eingeschlafen.

    Sonntag: Tour durchs Landesinnere

    Nun wollte ich mir am letzten Tag noch ein bisschen das Landesinnere von Mallorca ansehen. Also bin ich mit dem Bus zurück nach Palma und hab mich mal kundig gemacht, wo man denn da so hinfahren kann. Meine Wahl viel dann auf Valldemossa, einem Bergdorf im Norden kurz vor Soller. Es war einfach nur perfekt, den letzten Tag nach so einer schönen Woche noch damit zu verbringen, alleine durch die wunderschöne Natur zu fahren. Hier ein paar Bilder zu Valldemossa.

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    Montagmorgen: Rückflug nach München mit Blick auf Cabrera

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    Am Dienstag musste ich dann in den sauren Apfel beißen und wohl oder übel wieder ins kalte Deutschland fliegen. Aber das beste war, zu erkennen, dass Mallorca so wunderschön ist. Ab jetzt habe ich andere Bilder vor meinem geistigen Auge, wenn jemand die Insel erwähnt, als die betrunkenen El Arenal-Touris.

    Fin.


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    Weitere Törns, hier: Die Passion Segeln

    Ein Kommentar zu “Balearen April 2014

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