Arin Mirkam: Flüchtlingslager/Refugeecamp

Arin Mirkam: Flüchtlingslager/Refugeecamp

For English, see below!

Interviews in dem Flüchtlingslager Arin Mirkam in der Nähe von Curuc

Hintergrund

Ich wurde von Nazli eingeladen, ein paar Tage in ihrer Wohnung in Sanliurfa zu bleiben. Sie ist eine Bekannte und arbeitet für eine NGO, um Flüchtlingen zu helfen. Von ihr habe ich Informationen darüber bekommen, was ich tun muss, um die Flüchtlingslager besuchen zu dürfen.

Ich bin nach Suruc, eine kleine Stadt, nahe der Grenze zu Syrien und Kobane. Dort bin ich als erstes zu dem Kulturzentrum, um zu fragten, ob mir jemand helfen könnte, ich möchte gerne Interviews mit Flüchtlingen führen.

Ich habe dort den Kontakt von Mustafa bekommen, der für die Gemeinde arbeitet und die Freiwilligenarbeit für die Lager organisiert und koordiniert. Er hatte direkt Zeit und ich konnte ihn gleich treffen, um eine Erlaubnis zu bekommen, die Lager als Journalist besuchen zu dürfen.

Am nächsten Tag fuhr ich erneut nach Curuc und von dort per Autostopp zu dem ersten Flüchtlingslager in der Nähe des Ortes. Es war ein Zeltlager mit allen wichtigen Einrichtungen und Versorgungen, wie: Wasser, Elektrizität, Toiletten und Duschplätzen.

Camp Arin Mirkam Water BVDa viele der Flüchtlinge bereits zurück an ihre Häuser in, oder um Kobane können, ist das Lager schon weitestgehend abgebaut und wird immer leerer.

Camp Arin Mirkam3 BVNachdem ich jemanden im Lager gefunden habe, der Englisch kann – somit mein Übersetzer wurde – konnte ich ein Interview mit dem Lagerverwalter und einer Flüchtlingsfamilie machen.Camp Arin Mirkam Translator BVMuhammed hat mich direkt angesprochen ob ich ihn und seine Familie Interviewen wolle und lud mich zu seinem Zelt ein um Tee zu trinken.

Family and me BVEr und seine Familie waren unglaublich freundlich und man konnte erkennen, dass es ihnen extrem wichtig war ihre Geschichte erzählen zu dürfen. Vor allem seine Mutter war irgendwie süß, ich habe mich direkt ein bisschen in diese Familie verliebt, aber hier erst mal Interviews:

Interview mit dem Lagerverwalter vom März 2015:

Das Lager wurde vor fünf Monaten gegründet (im November 2014). Insgesamt gab es sechs Lager, aber zwei sind bereits geschlossen, da viele Menschen mittlerweile nach Hause können. Wir hatten Zelte für ca. 100.000 Menschen in allen Lagern zusammen, die auch zeitweise voll belegt waren. Manche der Flüchtlinge können zurückgehen, andere wechseln in das Flüchtlingslager, AFAD, von der Regierung.

Camp Arin Mirkam2 BVUnsere Lager werden Organisiert und Unterstütz von MSF (Französische Organisation); STL (Support to Life) welche Essen und Kleidung beschaffen, und von der Gemeinde Suruc. Meist sind es Kurden, welche die Lager unterstützen.

Camp Arin Mirkam Support BVIm Winter war eine harte Zeit, da wir nicht immer Strom hatten wurde es zeitweise sehr kalt in den Zelten, viele Menschen wurden krank. Einen Arzt haben wir nicht im Lager und viele konnten es sich nicht leisten in den Ort ins Krankenhaus zu gehen.

Die Situation der Menschen ist mittlerweile ganz gut im Lager und auch in Kobane wird es besser. Allerdings herrscht in manchen Gebieten und Dörfern um Kobane immer noch Krieg. Es gibt noch immer Kämpfe und von der ISIS besetzte Gebiete. Keiner weiß genau, wie lange das noch anhält. Deswegen brauchen wir auch immer noch Unterstützung, da unsere Organisation auch Hilfe in Kobane vor Ort leistet. Somit brauchen wir nach wie vor die Hilfe und müssen weiter machen.

Camp Arin Mirkam BVWir versuchen gerade weitere Lager um Kobane aufzubauen – in der Zwischenzeit bringen wir dringend benötigte Güter zu einem Zwischenlager, von wo aus wir dann die Menschen versorgen.

Siehe auch Lager Külünce

 Interview mit Mohammed (40) und seiner Familie: 7 Kinder (2 Jungen und 5 Töchter), seine Frau und seine Mutter.

Wir mussten vor sieben Monaten flüchten und sind seit fünf Monaten hier im Lager.

Die ISIS kam zu unserem Dorf und wir sind nach Kobane geflohen, für einige Zeit, um dann weiter nach Suruc und hier ins Lager zu gelangen.

Camp Arin Mirkam Family BVKurz bevor wir flohen, hörten wir bereits die Schüsse, aber gefeuert von IS Kämpfern in der Umgebung. Wir wurden kurz vorher gewarnt, dass die ISIS sehr nahe ist.

Unser Dorf ist immer noch besetzt. Kobane ist weitest gehend befreit, allerdings gibt es dort keinen Strom und kein Wasser, deswegen bleiben wir hier, wir bekommen das Nötigste. Es ist genügend für ein normales Leben, wir bekommen alles Wichtige – aber am Anfang war ich sehr traurig – ich konnte mir einfach nicht vorstellen in so einem Lager zu leben. Nun haben wir uns aber daran gewöhnt und sind gut versorgt.

Camp Arin Mirkam Satelite BVWir sind zu Fuß hier her gekommen. Ich hatte ein Auto, musste es aber zurück lassen und es ist jetzt in den Händen der ISIS.

Vor der Ankunft der ISIS, hatten wir ein Haus und eine kleines Geschäft für Benzin und Öl.

Wir können unser altes Leben nicht mehr zurück haben, aber wir hoffen, dass Syrien ein Demokratischer Staat wird nach dem Krieg und das Leben dann vielleicht sogar besser wird als vorher.

Camp Arin Mirkam Family2 BVFin.


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ENGLISH VERSION!

Interview at the Refugee Camp Arin Mirkam near Curuc

Background

I got invited from Nazli, a girl who works for an NGO to help the refugees, to stay some days in here flat in Sanliurfa. I got all information’s from her, what I had to do, to visit some refugee camps.

First I went to a culture center in Curuc, near the Syrian border and Kobane, to ask, if anyone can help me, I want to interview some refugees. I got the contact from Mustafa there, who works for the municipal of Curuc and coordinates the volunteers for the camps. I could meet him directly and got a permission to visit the camps as a journalist.

So, on the next day I went to Curuc again and hitchhiked from there to the first camp near the city. It was a tent camp with all important things, like water, electricity, toilets and shower places. Camp Arin Mirkam Water BVBecause a lot of people already went back to their home places in Kobane, the camp is getting more and emptier.

Camp Arin Mirkam3 BVAfter I found in the camp someone who can speak English – who became directly my translator – and could make an interview with the camp Manger and also with a family.

Camp Arin Mirkam Translator BV Mohammed asked me directly, if I can interview him and his family. He invited me into his tent to drink a tea with him.

Family and me BVHe and his family are so unbelievable friendly and you could see, that it is for them so important to tell their story to someone. And his mother was so cute. I directly felt a little bit in love with this family, but here are the interviews now:

Interview from march 2015 with Camp Manger:

The camp was established before five month (in Nov. 2014). Originally we had six camps, but two of them are closed now, because a lot of people can go back to their home places.

Camp Arin Mirkam2 BVWe had tents for about 100.000 people in all camps together. Some of them can already go back and some went after a while to the big camp from the government called AFAD.

Our camps are organized and supported from MSF (French Organization); STL (support to life) – they give food and clothes to help and from the municipal of Suruc. The most supporters are Kurdish people.

Camp Arin Mirkam Support BVAt the winter time it was sometime very hard, because we had not always energy. If not, it was very cold in the tents and a lot of people got sick. We have no doctor in the camp and the most people had no money to go to the hospital in the city.

The situation of the people is OK now. The situation in Kobane is becoming better too. But in Some areas around Kobane are still fights and from ISIS occupied villages. No one knows how long it will go on.

We need still support, because our organization also gives support to Kobane, where a still fights are going on. So we still need the help to be able to do our work.

Camp Arin Mirkam BVWe try to build some new camps near Kobane currently and in the meantime we give needed goods to a center storage – from this place we forward everything to the people.

See also Camp Külünce

Interview with Mohammed 40 and his family: 7 Children (2 boys and 5 daughters), his wife and his mother.

We had to leave before seven, and in the camp since five month.

As the ISIS came to our village and we moved to Kobane for a while and then further to Suruc, to stay in the camp.

Camp Arin Mirkam Family BVWe heard already the shootings from the ISIS and got informed that they are very close and they will come to us. In my village they are still there. Kobane is free now, but completely without electricity and water, so we stay here, because we get enough to xist. It’s enough to have a normal life, we get everything here – but on the beginning I was very sad – I couldn’t imagine to life in a camp like this.

Now we are used to life here and we have the most important stuff.

Camp Arin Mirkam Satelite BVWe came to the camp by our feeds. We had a car but I had to leave it and now the ISIS is owning it. In the past we had a house and a small shop for gasoline and oil.

Camp Arin Mirkam Family2 BVWe cannot have back our old life, but we hope that Syria will become a democratic state after the war and maybe the life will be better than before.

Fin.


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3 Kommentare zu “Arin Mirkam: Flüchtlingslager/Refugeecamp

  1. Pingback: Helden in der Türkei/Heroes in Turkey

  2. Pingback: Government Camp Suruc - AFAD

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